Serienkonzept-Exposé: Gardi´s Welt

Geburtsstunde:
Erika Merklein hat Gardi Hutter´s Auftritt „Die Schneiderin“ vor einem Jahr auf einer Kleinstadtbühne angeschaut und war fasziniert.
Gardi hat die Show zwei Stunden lang am Laufen gehalten, für Unmenge an Lachen gesorgt und machte mit ihrem Publikum, was sie wollte.
Es war grandios!
Die Autorin amüsierte sich köstlich und war begeistert.
Ziemlich bald ist eine kleine Gardi in ihrem Kopf entsprungen. Sie hat sich selbständig gemacht, hat viele kleine und noch kleinere Abenteuer erlebt und durch dieses Eigenleben entstand schließlich Gardi´s Welt.

Darstellerin:
Die Schweizerin Gardi Hutter ist Komödiantin mit über 30 Jahren Berufserfahrung .
Sie gilt als das weibliche Vorbild für das Clowntheater.
Ihre Bühnenfigur hat sie selbst entwickelt.
Zu der Serie wird dieser Charakter übernommen.

Genre:
Comedy.

(sehr) Kurzinhalt:
Gardi steht auf. Sie frühstückt und fährt arbeiten. Am Mittag macht sie Mittagspause. Nach der Arbeit fährt sie wieder nach Hause und geht schlafen.

Die Idee:
Was kann spannender sein, als diese Geschichte?!
Langweilig? Nicht bei Gardi!

Die Einzigartigkeit Gardi´s Welt entsteht aus der außergewöhnliche Idee
die Hauptdarstellerin (Gardi)
die gleiche Aufgabe (Tagesablauf)
immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven (Berufe) zu erzählen.

Sie schlüpft von Episode zu Episode in eine andere Rolle.
Sie ist mal Kindergärtnerin, mal Automechanikerin, mal Pfarrerin.
Ade Alltagstrott-Langweile! Die Zuschauer bekommen Einblick in Gardi´s verrücktes Leben, dürfen sie vom Morgen bis zum Abend jeweils einen Tag lang begleiten.

Synopsen:
Welche Beruf Gardi auch immer gerade darstellt, sie kennt die Abkürzungen, die kleinen Tricks, die ihre Arbeit erleichtern. Sie ist in jedem Beruf mit großer Erfahrung dabei, ihre Alltags-Praxis besteht für sie aus gut funktionierenden Praktiken, aus dem Blickwinkel der Zuschauer sehen die Situationen eher komisch und gewöhnungsbedürftig aus.

Köchin:
Gemüse sind mal Freunde, mal Feinde, je nachdem, wie Gardi gerade gelaunt ist. Küchenhilfe zu sein ist nicht einfach. Nach dem monotonen Gemüseschälen, Schnipseln und Suppenrühren ist die Essensausgabe eine erfreuliche Abwechslung. Hier hat sie das Sagen, was sie auch gerne ausnutzt.( Sie bestimmt, welche Beilage der Gast nehmen soll und wie groß die Portionen sein sollen).

Bäckereiverkäuferin:
Gardi ist mit Leib und Seele Bäckereiverkäuferin Sie hat große Erfahrung und in manchen Fällen glaubt sie sogar besser zu wissen, was der Kunde braucht, als der Kunde selbst. Ihr Enthusiasmus strahlt während des ganzen Tages aus.

Moderatorin:
Eine drittklässige Moderatorin steht vor der Kamera. Die Gründe, dass sie es nie zu einer erfolgreichen Moderatorin gebracht hat, sucht sie nicht in ihrem Benehmen, sucht sie überhaupt nicht. Sie findet ihre eigenen Reportagen langweilig, ebenso wie die Themen und die Menschen. Sie vergisst sich oft wärend der Interviews, bohrt mal im Ohr, mal in der Nase, macht Sekundenschlaf, macht ihre Fingernägel sauber, uvm… Erst am Ende werden ihre Träume wieder lebendig und sie verabschiedet sich dementsprechend.

Automechanikerin:
Goldene Regel: Motorhaube auf und entsetzt jammern.
Das kann sie sehr gut. Und sie macht dies auch gerne und oft. Den Rest erledigt sie eher künstlerisch. Was kaputt ist, wird zurechtgebogen oder weggeworfen. Es kommt auch mal vor, das so viele Teile weggeworfen wurden, daß das Auto gar nicht mehr fahrtüchtig ist. Aber die Schönheit liegt im Auge der Betrachters. Und wenn der Betrachter nicht unbedingt darauf besteht, mit dem Auto nach Hause zu fahren, mit dem er hergekommen ist, könnte der Tag sogar noch gut ausgehen.

Müllmann: (Müllfrau)
Gardi fängt ihre Arbeit jeden Tag mit grossen Elan an. Ihre Begeisterung schwindet während des Tages, so, das zum Arbeitsschluß aus der fleißigen, gutmütige Gardi eine stachelige, erschöpfte und ziemlich schlecht gelaunte Gardi wird. Und das Tag für Tag. Sie findet ihre Begeisterung genau so in Ordnung, wie ihre Lustlosigkeit und kleine Gemeinheiten.

Fremdführerin:
Ordnung muß sein!Gardi fühlt sich nur dann wohl, wenn sie alles im Griff hat. Das ist schwierig, wenn eine Gruppe neugieriger Mensch eine fremde Stadt erkunden möchten.
Aber Gardi hat ihre eigene Fremdführungstechnik entwickelt. Als Erstes, bekommt jeder Tourist eine furchtbar grell leuchtende Mütze. Dann einen, mit Helium gefüllten Luftballon an das Handgelenk, einen großes Schild „Gruppe B“ auf den Rücken, einen Kleineres auf den Brust. Dann herrscht noch der Festhaltepflicht an einer Schnur, welche mit Gardi verbunden ist..
Damit die vielen Neugieriger nicht unkontrolliert herumlaufen, ernennt Gardi selbst Sehenswürdigkeiten aus ihre Stadt. So müssen sie gar nicht groß herumlaufen.
Die ganze Besichtigungstour erledigt sie an einer Stelle, es reicht das Kopfdrehen in die gezeigte Richtung. So werden Bücherladen, Apotheke, Bushaltestelle, Müllbehälter, Gehsteig, Bordsteinkante zu Sehenswürdigkeit der kleinen Stadt.

Pfarrerin:
Was kann idyllischer sein, als in einer kleinen Stadt Gemeindepfarrer sein? Man radelt Sonntag früh zur Kirche, begrüßt die Leute, die später zum Gottesdienst kommen. Es stört nicht einmal der kleine freche Hund, der sich am Fuß der Pfarrerins festklammert. Und will gar nicht mehr loslassen. Wen stört schon ein kleine Hund, der sich unter dem Messgewand sich festgebissen hat? Selbst eine Nikerchen während der Predigt kann verziehen werden. Es sei denn, das es jemand anderes tut, das auch noch im ersten Reihe. Dann gibt´s Ärger!

Kindergärtnerin:
Kinder haben Schutzengel. Das brauchen sie auch in der Einrichtung, in der Gardi als Kindergärtnerin arbeitet. Kinder sind hart im Nehmen- das ist ihr Motto. Dementsprechend lässt sie ihren kleinen Schützlingen Freiraum. Mittagszeit. Gardie katapultiert das Essen auf die Teller, sogar die Kinder zeigen sich leicht verwirrt. Nachmittag. Ein Kind hängt an ihren Fuß, ein Anderes trägt sie unter dem Arm und mit ihrer freien Hand schiebt sie einen Kleinen ermutigend Richtung Spielecke.

Busfahrerin:
Gardi ist so routineirte Busfahrerin, sie muß eigentlich gar nicht fahren, das Bus fährt fast alleine. Umso mehr kann sie sich auf den Ticketverkauf konzentrieren, schließlich Ordnung muß sein. Sie kennt sich mit den Pendlern gut aus. Bevor diejenige einsteigt, der fürchterlicher Mundgeruch hat, holt sie tief Luft und hält diese solange an, bis der Fahrgast sich hinsetzt. Bei großem Andrang steigt sie aus und drückt mit Gewalt die Fahrgäste in den Bus hinein. Abends stellt sie ihren Schatzi am Parkplatz ab und nimmt liebevoll Abschied von ihr. Zu Hause in Bett träumt sie glücklich darüber, das sie gerade ihr Bus fährt.

Feuerwehrmann: (Feuerwehrfrau)
Die Sirene geht los. Irgendwo brennt´s. Gardi springt pflichtbewußt auf und ist sofort einsatzbereit. Sie rutscht die Stange runter, was nicht so gut gelingt, bleibt auch mal stecken, aber ihre Entschlossenheit übertönt ihre Tolpatschigkeit. Genauso ungeschickt zieht sie sich an, steigt in das Einsatzfahrzeug ein, zieht siich dort ihre Ausrüstung fertig an, was wiederum nicht so reibungslos abläuft. Sie kommt zum Einsatzort an. Sie versucht ihre Ausrüstung noch zu richten, wärenddessen ihre Kollegen das Feuer schon gelöscht haben. Jeder ist zufrieden, Gardi auch. Beim Weggehen stößt sie aus Versehen einen Kübel mit Öl um, niemand merkt es, es entfacht das Feuer wieder. Letzte Szene: zufriedene Feuerwehrleute ziehen heldenhaft ab. Im Hintergrund brennt der Horizont.

Figuren:
Hauptfigur GARDI:
Frech. Witzig. Radikal.
Mit Strubbelfrisur und Rubensfigur pfeift sie auf die gängigen Schönheitsideale.
Sie ist mal tollpatschig, mal teuflisch. Pflichtbewusst aber nicht immer pflichterfüllend.
Mit ihrer tragisch-komischen Art und Anmut kämpft sie gegen die Tücken dieser Welt, und manchmal auch gegen sich selbst.
Sie ist eine wackere Heldin des Alltags.

Nebenfiguren:
Alle Nebenfiguren sind gleichwertig zueinander, sie besitzen weder vor, noch nach ihrem Auftritt Relevanz. Es sind Alltagsmenschen, sehr realistisch dargestellt. Kunden, Fahrgäste, Touristen.

Komik:
Es gibt zwei Realitäten. Eine ist unsere Welt, wie wir sie kennen, die andere ist Gardi´s Welt.
Die Kluft zwischen denbeiden Realitäten erzeugt die Komik.
Setting:
Es gibt pro Episode nur wenig Schauplatzwechsel und keine aufwändige Settings.
Schauplätze sollen die Realität genau wiedergeben, originaltreu sein.

Schauplätze, die episodenübergreifend konstant bleiben:
Morgen- und Abendszenen in Gardis Wohnung.

Pro Episoden immer zum jeweiligen Beruf angepasste Schauplätze:
Arbeitsplatz, Hinfahrt, Rückfahrt, Mittagspause.

Visuelle Konzept:
Es wird langsam erzählt, mit wenigen Kameraeinstellungen.

Struktur:
Fallstruktur.
Die Episoden hängen weder zeitlich noch inhaltlich zusammen. Die Reihenfolge kann beliebig geändert werden.
Drei-Akt-Struktur (morgens, tagsüber, abends).

1.Akt
Aufstehen (2 min)

Morgenrituale (2 min)

Weg zur Arbeit (1 min)
2. Akt
Berufsalltag vormittags (5 min)

Mittagspause (2 min)

Berufsalltag nachmittags (5 min)
3. Akt
Weg nach Hause (1 min)

Abendrituale (2 min)

Schlafen gehen (2 min)
Ende: Applaus (1-2 min)
Running Gag/ wiederkehrende Motive:

Blumentopf.
Gardi liebt Topfpflanzen. Es geht jedoch in jeder Episode (auf unterschiedliche Art) ein Topf zu Bruch.

Liebesszene.
Gardi Hutter trägt voller Leidenschaft und mit viel Geschick Liebesszenen mit unterschiedlichen Requisiten vor (z.B. Wasserschlauch -Schutzhelm, Semmel -Breze, Gebetbuch -Glockenschnur). Unglaublich aber nicht unmöglich. Gardi spielt sehr authentisch und auf höchst amüsante Art.

Applaus.
Gardi steht auf der Bühne. DasPublikum applaudiert, sie verneigt sich glücklich und geht. Ununterbrochener Applaus.Gardi kommt, verneigt sich und geht wieder. Dann kommt sie nochmal, verneigt sich und geht wieder. Der Applaus will nicht nachlassen. Gardi muß immer wieder auf die Bühne kommen. Je öfter sie zurückgerufen wird, desto genervter wird sie. Am Ende ist sie so wütend, dass sie das Publikum nach Hause schickt. Ende.

Szenenauswahl:

Gardi als Bäckereiverkäuferin:
Bäckerei/ innen/Tag
Gardi steht hinter der Theke, berufstypisch gekleidet. Der Laden ist noch leer, sie räumt in aller Ruhe und mit viel Liebe und Freude die Ware ein. (Running Gag: Liebesszene mit Requisiten. Die Gebäckstücke, Brote und Semmeln, begrüßen einander . Ein Laugenzopf kommt einer Apfeltasche näher und macht ihr den Hof. Als sie sich gerade näher kommen, kurz bevor sie einander küssen, kommt der erste Kunde. )Der Kunde will u.a. genau diese Apfeltasche, (es folgt ein kurzer, schmerzlicher Abschied zwischen den Verliebten), Gardi trauert mit den Verliebten mit und bedient den Kunde traurig. Als er weg ist, verfliegt auch Gardis Kummer und sie ist wieder fröhlich und tatkräftig.

Bäckerei/ innen/Tag
4 Kunden stehen in der Schlange. Ein dicker Mann ist an der Reihe. Er zeigt auf die Sahnetorte. Gardi schaut ihn an, verschränkt ihre Hände und mit entschlossener Miene verweigert sie ihm die Sahnetorte. Der Kunde zeigt noch einmal darauf, Gardi zeigt statt dessen auf eine Vollkornsemmeln. Der Kunde ist so überrascht , daß er nicht einmal widerspricht. Er ordert vier Rosinenbrötchen, Gardi gibt ihm jedoch nur Eines. Der Kunde wünscht noch ein großes Brot, Gardi packt jedoch ein Kleines ein. Der Kunde möchte sechs Semmeln, Gardi packt drei Vollkornsemmeln ein. Der Kunde ist noch nicht fertig mit der Bestellug , aber Gardi tippt schon die Preise in die Kasse ein, packt die Ware in eine Tüte und überreicht diese dem völlig überaschten Kunden. Dieser zahlt und verlässt leicht verwirrt die Bäckerei. Gardis strenge Gesichtszüge werden wieder weich und sie wendet sich dem nächsten Kunden zu , der ein wenig eingeschüchtert wirkt.

Bäckerei/ innen/Tag
Als der nächste Kunde seine Bestellung aufgibt, drückt ihm Gardi eine große Tüte in die Hand, und schickt ihn einige Schritte zurück. Sie deutet ihm, er solle die Öffnung der Tüte ausseinander ziehen. Er tut das. Gardi wirft eine Semmeln nach der anderen in die Tüte. Mal von oben, von unten, mit dem Rücken zu ihm, unter dem Fuß, quer unter den anderen Arm. Sie hat sichtlich viel Spaß daran. Als krönenden Abschluß nimmt sie einen Brotlaib, nimmt Anlauf, und schießt wie ein Fußballer. Tooor! Sie freut sich über den Treffer wie ein echter Fußballer.

Gardi als Pfarrerin:
Kleines Dorf/ aussen/ Morgen
Gardi fährt die Straße mit dem Fahrrad entlang. Hier und da stehen Menschen, sie begrüßt sie fröhlich und radelt weiter. An der nächsten Straßenecke lauert der Feind, ein kleiner Hund. Aus Gardis Gesicht verschwindet die Fröhlichkeit, plötzlich sieht sie überfordert und verloren aus.
Gardi´s Welt / erika.merklein@t-online.de
Der kleine Hund greift an, hängt sich an Gardis Hosenbein und es scheint, als wolle er dieses nie wieder loslassen.Gardi fährt mühevoll weiter. Als sie am Horizont verschwindet, hängt der kleine Hund noch immer an ihrem Fuß.

Pfarramt/ innen/ Tag
Gardi steht vor einem großen Schrank, macht die Türe auf und zieht sich das Messgewand an. Sie betrachtet sich noch einmal im Spiegel an und ist eigentlich ist zufrieden,. Ihre Blick wandert tiefer zu ihrem Fuß, an dem sich immer noch der kleine Hund festhält Sie beschwert sich bei Gott, dann zieht ihre Schultern hoch, es ist nun mal halt so, schnappt sich die Bibel und zieht in die Kirche ein. Der Hund hängt immer noch an ihrem Bein, versteckt unter ihrem Messgewand.
Kirche/ innen/ Tag
Gardi predigt. Sie erzählt die Geschichte, wie Adam und Eva gesündigt haben und aus dem Paradies vertrieben wurden. Zwischendurch macht sie komische Bewegungen, schaut immer wieder nach unten.
Nächstes Bild: Der noch immer am Hosenbein festhängende kleine Hund.
Gardi tadelt wortlos den Hund .Er soll nicht stören.

Kirche/ innen /Tag
Gardi predigt ohne Worte, sie erzählt mit ihrer Gestik. dass Gott uns Alle liebt. Er wünscht, das wir alle gut sind und weder Schlechtes noch Böses tun. Ihre Bewegungen werden immer langsamer, flacher, sie wird immer schläfriger, dann nickt sie einmal kurz weg. Als sie aus ihrem Sekundenschlaf wieder erwacht, reißt sie sich zusammen, und tut so, als wäre nichts passiert und predigt weiter.
Sie merkt, das ein Besucher in der erste Reihe auch weggenickt ist und zeigt sich sehr empört darüber. Sie erzählt ihre Geschichte weiter, während sie kleine Papierkügelchen formt und den Eingeschlafenen damit bewirft. Ein Kügelchen fliegt in den Mund des Schlafenden. Gardi ist überrascht von ihrer Treffkunst. Als der Besucher aufwacht, predigt Gardi weiter, mit vorwurfsvollem Blick auf ihn

Gardi als Müllfrau:
Stadt/ kleine, enge Straße/ morgens/ außen
Gardi ist in typischer Müllmannbekleidung, orange Hose und Weste. Sie ist gut gelaunt, steht hinten auf dem Müllauto, welches langsam fährt, dann anhält. Mit einem breitem Lächeln schwebt sie herunter, bis zur Mülltonne, tut so, als würde sie mit der Tonne einen kleinen Plausch führen, so wie:
-Wie geht´s?.
-Danke, es geht.
-Heute sehen sie aber gut aus. Und so schön voll.
-Danke, ich gebe mir Mühe.
-Na, dann wollen wir mal?
-Machen wir´s.
-Nur nach ihnen.
-Sehr aufmerksam, danke.
Zieht die Mülltone zum Wagen, hängt diese ein, lässt sie hochfahren, entleeren, dann wieder herunter, hängt sie aus, zieht die Tonne wieder zurück und verabschiedet sich von ihr mit einem
mütterlichen Lächeln, leichter Verbeugung und einer fürsorglichen Abwisch-Bewegung. Pfeifend watscht Gardi zum Auto zurück, steigt hinten auf und klopft an die Seite, weiterfahren.

Stadt/ kleine,enge Straße/ Abend/ außen
Gardi steht hinten auf dem Müllauto, schaut lustlos und emotionslos vor sich hin, während das Müllauto langsam fährt. Es hält an, Gardi steigt runter, geht über die Strasse, wo vier schwarze
Gardi´s Welt / erika.merklein@t-online.de
Mülltonnen stehen. Schon jetzt wirft sie einen bösen Blick zu sich nähernden Autos. Der nächste böse Blick geht an die Mülltonnen. Mit Gesten schimpft sie:“ Wie seht ihr aus, hässlich schwarz, übervoll, stinkend, bäh.“ Wütend und widerwillig zieht sie die Tonnen hinter sich her. Auf der Straßenmitte schaut sie noch einmal auf das Auto. Sie geht langsam zwei Schritte zurück und als das Auto vorbeifahren will, eilt sie vor, hebt ihre Hand hoch, und beginnt, absichtlich ganz langsam, die Straße zu überqueren.
Der Autofahrer wird ungeduldig, fängt an zu gestikulieren. Gardi schaut böse-zufrieden zu ihm herüber, als er hupt, lässt das Mülltonne in der Mitte der Straße stehen, läuft nochmal langsam zum Gehsteig zurück und holt die nächste Mülltonne. Als der Autofahrer versucht, der ersten Mülltonne auszuweichen und langsam vorbeizufahren, stellt sie die nächste Mülltonne so ungünstig in den Weg, das er auf keinen Fall vorbei kann. Er schaut sie entsetzt an, sie ihn zufrieden, und zieht ihre Schultern hoch, sie kann nichts dafür. Sie läuft wieder zum Gehsteig und fängt an, die dort stehenden Mülltonnen zum Müllauto ziehen, langsam und sehr gemütlich hochzufahren, zu entleeren und zieht die Tonne auf den Platz zurück. Als sie auf Augenhöhe mit dem Autofahrer ist, hebt sie ihre Hand jedesmal hoch, um zu betonen, wie wichtig ihre Arbeit ist.
Der Autofahrer ist erst wütend, dann verzweifelt, als Gardi endlich die Straße freigibt, sitzt er schon längst fassungslos und apathisch hinter seinem Lenkrad. Als er wegfährt, schaut Gardi zufrieden hinterher.

Vergleich:
Hier wird ganz gewagt eine berühmte Serie zum Analyse hergeholt. So lassen sich Ähnlichkeiten und Unterschiede besser veranschaulichen.

Mr.Bean:                                                                                                               Gardi´s Welt:

Running Gag:
Maleur mit dem blauen Auto,                                               Kaputtgehene Blumentöpfe,
Eröffnungsszene: Straßenlaterne.                                         Liebeszene  mit Gegenständen, Applaus

Setting:
Meist 1 Spielort,                                                                      Meist 1 Spielort,
wenige Kameraeinstellungen.                                               wenige Kameraeinstellungen.

Weltanschauung:
Mr. Bean-mäßig,                                                                    Gardi-mäßig,
weltfremd.                                                                               weltfremd.

Rollenverteilung:
1 Hauptfigur mit wenigen                                                    1 Hauptfigur mit wenigen Nebendarstellern.                                                                  Nebendarstellern.

Stil:
Es wird kaum gesprochen,                                                   Es wird kaum gesprochen,
wortloses Theater.                                                                 wortloses Theater.

Struktur:
Fallstruktur,                                                                          Fallstruktur,
voneinander unabhängige Episoden.                                  voneinander unabhängige Episoden.
ca 25. min Spieldauer                                                           ca 25. min Spieldauer

Weitere Staffeln:
Die Serie hat für weitere Staffel durchaus Potenzial.

Staffel 1: Berufe Gardi´s Welt
Staffel 2: Tiere Gardi und die Tiere
Staffel 3: Sport Gardi und der Sport
Staffel 4: Länder Gardi auf Reisen (als Tourist)
Staffel 5: Länder Gardi´s Land ( als Einwohner)

Berufe: Müllfrau, Köchin, Bäckerei-verkäuferin, Busfahrerin, Kindergärtnerin, Moderatorin, Feuerwehr, Automechanikerin, Fremdführerin, Pfarrerin.

Sport: Fußball, Golf, Tennis, Bodenturnen, Schack, Kegeln, Joga, Basketball, Tanzen, Synchronschwimmen.

Tiere: Pferd, Hund, Kaninchen, Hühner, Kuh, Wellensittich, Katze, Fisch, Krokodil, Gans.

Länder: Russland, Ungarn, Italien,Deutschland, Frankreich, Gricheland, England, Peru, Spanien, Amerika.
Kosten:
Die Produktionskosten fallen vergleichsmäßig klein aus, wegen der geringeren Schauspielerzahl und Spielorte. (1.Staffel:Berufe)

Zielgruppe:
Jeder, der mit Berufsalltag zu tun hat, hatte oder haben wird, ist einer potenzielle Zuschauer.

Sendeplatz:
Die Autorin hat nicht die Erfahrung, diese Angabe zu treffen.

Kurzvita:

Autorin Erika Merklein:
Geboren am 17. November 1971 in Ungarn.
Sie lebt seit15 Jahren in Deutschland.
Neueinsteigerin im Filmemachen ohne Branchenkenntnisse, Gardi´s Welt ist ihr erstes Werk.

Gardi Hutter:
Geboren am 5. März 1953.
Sie ist schweizer Komödiantin, mit30 Jahren Berufserfahrungen und mit etlichen Film- und Bühnendarbietungen. Sie gilt als das weibliche Vorbild für Clowntheater, spielt mit wenigen Wörter auf höchstem Niveau.
Ihre Bühnenfigur hat sie selbst entwickelt, zu der Serie wird dieser Charakter übernommen.
siehe: http://www.gardihutter.com

für und wider:

für:
• Witzig.
• Fast jeder von uns hat ab und zu mit dem Alltagstrott zu käpfen.
• Durch Alltagsberufe werden sehr viele Menschen angesprochen und erreicht.
• Ausbaufähig zu mehreren Staffeln.
wider:
• Die ganze Serie wurde auf eine einziges Person maßgeschrieben.
Wenn Gardi Hutter NEIN Sagt…

nochmal für:
• Die Figur Gardi hat sehr hohen Wiedererkennungswert.
• Gardi Hutter ist sehr erfolgreiche Künstlerin. Ihr mangelt es weder an Anerkennung noch an Aufträge. Eine eigene TV-Serie hat sie jedoch noch nicht…
• Gardi Hutter ist eine international bekannte Künstlerin.(Auftritte in über 20 Ländern!)
Auch die internationale Vermarktung begünstigt diese Tatsache.

und nochmal für:
• Jede Sender sind an Produktionen interessiert, die für eine hohe Einschaltquote sorgt.
• Ein Projekt, welches ziemlich geringere Produktionskosten benötigt, vom Machen her fast ein Selbstläufer ist, das höchstwahrscheinlich sehr gute Quoten aufweist, davon träumt doch jeder Filmemacher- oder?
• Auch für ausländische Sender könnte es sich als lukrative Investition erweisen. ( Es ist sehr leicht zu konsumieren und hat geringere Ausgaben durch ausgefallene Synchronkosten.)